Dienstag, 26. Juli 2016

Dominikanerinnenkloster Maria Heimsuchung



Noch zu Lebzeiten des hl. Dominikus gegründet, gehört das Kloster Lienz zu den ältesten Dominikanerinnenklöstern überhaupt. Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1227.  Unterstützt durch einflussreiche Gönner, v.a. die Erzbischöfe von Salzburg und die Grafen von Görz, wurde dann ein Kloster gebaut.  Die völlige Exemption von der bischöflichen Jurisdiktion wurde 1291 erreicht.

In den folgenden Jahrhunderten ist das Kloster mehrfach abgebrannt, wurde ausgeraubt und von der Pest heimgesucht. 1613 wurde das Kloster abermals ein Raub der Flammen und stand dann leer, bis es nach einem Neubau 1634 wieder bezogen werden konnte.


Nachdem das ausgehende 17. und das beginnende 18. Jahrhundert noch einmal schwere Heimsuchungen gebracht hatte, war der  Personalstand des Klosters um 1750 wieder so stark angewachsen, dass das Haus durch ein Neugebäude erweitert werden musste. Den Klosteraufhebungen während der Regierungszeit Kaiser Josefs II. Ende des 18. Jahrhunderts entging das Kloster durch die Eröffnung einer Schule. Zwar hatten die Nonnen schon während der vergangenen 150 Jahre die weibliche Jungend der Stadt privat unterrichtet, doch nun wurde am 21. November 1781 eine städtische Mädchenschule eröffnet, aus der sich die heutigeFachschule für wirtschaftliche Berufe der Dominikanerinnen entwickelte.

1782 wurde das Kloster der Jurisdiktion des Ordens entzogen und jener des Bischofs unterstellt. 1931 wurde wegen der zunehmenden Anforderungen der Unterrichtstätigkeit die strenge päpstliche Klausur in eine bischöfliche umgewandelt und das Kloster wurde vom Nonnenkloster mit feierlichen Gelübden zu einem Schwesternkloster mit einfachen Gelübden. Etwa dreißig Jahre später kehrte der Konvent zur ursprünglichen päpstlichen (gemilderten) Klausur und zu den feierlichen Gelübden zurück.